Diakonisches Werk Oderland - Spree e.V.

Jahresbericht 2010

 

1. Vorwort

2010 wird uns wohl als das Jahr der neuen Projekte in Erinnerung bleiben. In Wriezen entstand unser betreutes Wohnen mit der Tagesstätte „Bergamotte“, das bisher größte Bauprojekt in unserer Vereinsgeschichte. In Letschin entwickelten wir mit der Amtsgemeinde das betreute Wohnen und die Tagesstätte „Schwester Auguste“. Aber auch in anderen Arbeitsgebieten, wie z.B. dem ALREJU oder der Suchtberatung, hat sich vieles entwickelt.  

 

Unsere höchsten Prioritäten lagen auch in diesem Berichtszeitraum auf dem Erhalt von Arbeitsplätzen, sowie unserem Motto STARK FÜR ANDERE gemäß, darin Menschen zu unterstützen, zu pflegen, zu beraten und zu begleiten. Wie viele Einzelschicksale, wie viele Begegnungen und Gespräche dies betrifft, lässt sich hinter den statistischen Zahlen nur vermuten. Aber genau dort versteckt sich unser Erfolg: Menschen auch in dunklen Stunden, in schwierigen Lebensphasen nah gewesen zu sein. Dieser Erfolg hat besonders viele Mütter und Väter. Deshalb seien hier unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genannt, die oft mehr leisten als „ihren Job“. Aber auch den Kostenträgern und Sponsoren sei gedankt. Den Kostenträgern, wenn zwischen Zuständigkeitsprüfungen, reduzierten pflichtigen Ausgaben und Kürzungen, Gestaltungsräume gesucht und genutzt wurden. Und Sponsoren, wenn unsere Arbeit und somit eigentlich die betroffenen Menschen und Zielgruppen unterstützt und gefördert wurden. Danke!

 

Im hier vorliegenden Jahresbericht des Gesamtvereines, werden wir jedes Arbeitsgebiet in seinen Ergebnissen und Tendenzen kurz vorstellen und hoffen auf Ihr Interesse für die Themen und Menschen, welche in den Arbeitsgebieten den Dreh- und Angelpunkt unserer Arbeit bilden.  

 

2. Gesamtstatistik

Im Jahr 2010 arbeiteten durchschnittlich 261 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem Verein. Zusätzlich dazu waren geringfügig Beschäftigte, Praktikanten, Zivildienstleistende, sowie Honorarkräfte, Schulpraktikanten und eine steigende Zahl ehrenamtlicher Mitarbeiter in unsere Arbeit eingebunden.

 

Im Durchschnitt waren folgende Personen in den Diakoniestationen 2010 tätig:

 

Letschin

Seelow

Bad Freienwalde

Wriezen

Tätigkeitsbezeichnung

2010

2009

2010

2009

2010

2009

2010

2009

 

1

1

1

1

1

1

1

1

PflegedienstleiterInnen

5

6

14

11

8

7

6

6

Krankenschwestern

15

15

22

20

27

26

17

16

HauspflegerInnen

4

3

11

10

7

6

4

4

AltenpflegerInnen

0

0

0

0

1

2

0

0

Soziale Beratung

0

0

1

1

1

1

0

0

SozialarbeiterInnen

1

1

2

1

2

2

2

1

SachbearbeiterInnen

 

In folgenden Arbeitsgebieten waren 2010 tätig (Anzahl Personen):

Landkreis MOL

Landkreis LOS

Landkreis LDS

Arbeitsgebiete

davon teil- oder voll

2010

2009

2010

2009

2010

2009

gefördert

13

13

2

2

0

0

Soziale Dienste

14

34

29

31

29

8

7

Jugendhilfe

12

1

1

5

5

0

0

Migrationsdienst

6

 

Für das Diakonische Werk Oderland-Spree e. V. waren insgesamt im Bereich Leitung und Verwaltung beschäftigt:

Tätigkeitsbezeichnung

2010

2009

Geschäftsführer

1

1

Sekretärin

1

1

Verwaltungsangestellte

6

5

 

 

3. Arbeitsgebiete

 

3.1. Diakoniestation Seelow

 

Ende 2010 konnten wir 150 Patienten in unserer Diakoniestation betreuen. Im letzten Jahresbericht hatten wir uns vorgenommen, unsere Angebote aufrecht zu erhalten und auszubauen. Dieses Ziel haben wir dank des Engagements aller Mitarbeiter/innen, ehrenamtlichen Helfern und verschiedensten Kooperationspartnern auch erreicht.

 

Die Personalsituation hat sich im Vergleich zu 2009 verändert. Die Nachfrage an häuslicher Betreuung und medizinsicher Versorgung stieg im Berichtsjahr wieder stetig an. Dadurch konnten wir unsere bestehenden Arbeitsplätze erhalten und sogar neue Arbeitsplätze schaffen. Am Ende des Jahres arbeiteten in unserer Diakoniestation im Durchschnitt eine Pflegedienstleiterin, eine stellv. Pflegedienstleiterin, 23 Pflegefachkräfte, 23 Pflegehelfer, eine Hauswirtschafterin, zwei Leistungsabrechnerinnen, eine Mitarbeiterin in der offenen Altenarbeit, sechs geringfügig Beschäftigte und sechs Zivildienstleistende.

 

Im Bereich der ambulanten intensivmedizinischen Betreuung wurden auch 2010 zwei Patienten betreut mit zwei Teams bestehend aus insgesamt 10 Pflegefachkräften. So konnte auch 2010 ein Zuwachs im Personalbestand verzeichnet werden. Erstmalig bildet die Diakoniestation Seelow aus. Einer Erstauszubildenden konnte ab Oktober  und einer Umschülerin ab November je ein Ausbildungsplatz zur examinierten Altenpflegerin angeboten werden.

Bei der Fortbildungsplanung im Jahr 2010 konzentrierten wir uns wieder auf die Pflegeplanung und Dokumentation da die Implementierung der Expertenstandards einen hohen Stellenwert einnahm. Andere pflegespezifische Themen waren ebenfalls Bestandteil des Fortbildungsangebots und wurden von den Mitarbeitern gut angenommen. 

 

Auch im Jahr 2010 konnten wir unsere guten Verbindungen zu den regionalen und überregionalen Krankenhäusern, stationären Pflegeeinrichtungen, Hausärzten, Behörden und Kranken- und Pflegekassen in unserem Einzugsgebiet vertiefen. Im Bereich der Fortbildungen arbeiteten wir weiterhin mit den anderen Diakoniestationen des Diakonischen Werkes OLS e.V. zusammen. Die Zusammenarbeit mit der Johanniter Unfallhilfe, des DRK Kreisverband MOL e.V. und der Alzheimergesellschaft können als sehr positiv für unsere Station verzeichnet werden.  

 

2010 war wieder ein Jahr voll vielfältiger und interessanter Angebote im Bereich der Ergänzenden Dienste. Zu unseren Angeboten zählten regelmäßige Sing-, Tanz- und Bewegungsnachmittage, Café- und Spielenachmittage, Wanderungen in die verschiedensten Kirchen des Oderbruchs und Tagesfahrten in verschiedene Orte und Städte der Länder Brandenburg und Berlin. Die Selbsthilfegruppen „Parkinson“ und „Schlaganfall“, welche sich regelmäßig unter unserem Dach treffen, konnten im Jahr 2010 neue Mitglieder verzeichnen, sodass sich die Gruppen weiter festigen konnten. Dennoch werden die Gruppen weiterhin für sich Werbung machen, um immer neue Mitglieder zu gewinnen.

Im Bereich des gerontopsychiatrischen Dienstes konnte eine Pflegefachkraft die Ausbildung zur „gerontopsychiatrischen Pflegefachkraft“ erfolgreich beenden. Sie koordinierte in Zusammenarbeit mit der stellv. Pflegedienstleiterin den Einsatz der ehrenamtlichen Helferinnen, die nach § 45 a-b SGB XI Demenzerkrankte in der Häuslichkeit betreuen. Die Anzahl der ehrenamtlichen Helferinnen und der Betreuten nahm im gesamten Jahr stetig zu.

 

Seniorentagesstätten „Haus Vergissmeinnicht“ und „Wurzelfichte“

Die Seniorentagesstätte „ Haus Vergissmeinnicht“ war auch im Jahr 2010 wieder gut ausgelastet. Der Bedarf an teilstationärer Pflege ist weiterhin konstant. Auch die Seniorentagesstätte „ Wurzelfichte“ in Buckow konnte im ersten Halbjahr 2010 eine Steigerung der Auslastung verzeichnen. In beiden Tagespflegeinrichtungen konnten die leitenden Pflegefachkräfte eine Ausbildung zur Pflegedienstleitung durchführen und diese erfolgreich beenden.

 

Auch im Jahr 2011 ist es unser erklärtes Ziel die Angebote der Diakoniestation aufrechtzuerhalten und auszubauen. Das Arbeitsgebiet der ambulanten intensivmedizinischen Versorgung ist weiterhin ein fester Bestandteil des Versorgungsangebotes der Diakoniestation Seelow. Wir arbeiten hier gut mit dem Charité Campus Virchow-Klinikum zusammen. Ziel ist es, diese Zusammenarbeit auch 2011 auszubauen und weiterzuentwickeln. Problematisch stellt sich jedoch weiterhin die Personalsituation dar. Es mangelt  an ausreichend qualifizierten Fachkräften. Für dieses Problem eine Lösung zu finden ist auch eine der Aufgaben für das Jahr 2011. Erster Lösungsansatz ist die Ausbildung von Pflegefachkräften in der Hoffnung, dass diese auch nach Ausbildungsende in der Sozialstation verbleiben. Des Weiteren wollen wir die Palliativpflege als eine Säule der qualifizierten Arbeit in unserer Sozialstation weiter entwickeln. So wird eine Mitarbeiterin in diesem Bereich qualifiziert. 

 

3.2. Diakoniestation Bad Freienwalde

 

Im Mittelpunkt des Jahres 2010 stand das Thema „DEMENZ“. Wir haben versucht, intern und extern für dieses Thema zu werben und wir haben uns in verschiedenen Arbeitsfeldern diesem Thema gewidmet. Im Frühjahr wurde unsere Station durch den Medizinischen Dienst begutachtet und wir haben mit einer guten Gesamtwertung von 1,9 abgeschlossen. Es wurde eine Kooperation mit dem Palliativ-Care-Team „Am Oderfluss GbR“ geschlossen. Die Pflege Sterbender in der Häuslichkeit entwickelte sich im Laufe des Jahres zu einem festen Bestandteil unserer Arbeit.  

 

Die Praxisfelder umfassen die Häusliche Pflege nach SGB XI und die Krankenpflege nach SGB V, die Tagespflege Königshöhe, das Betreute Wohnen Am Ring, die Angebote für Senioren im Treff am Torn, den Gerontopsychiatrischen Dienst sowie die Soziale Beratung und die Ergänzenden Angebote. Neu hinzugekommen ist die Spezialisierte Ambulante Palliativversorung.

 

Wir versorgen mit unserer Sozialstation im Schnitt ca. 260 Patienten. Am Stichtag 21.12.2010 wurden von unserer Sozialstation 195 Patienten betreut. Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr etwa konstant. Von diesen Patienten hatten 92 die Pflegestufe 1, 41 die Pflegestufe 2, 8 die Pflegestufe 3 und 54 Patienten waren Selbstzahler. Leistungen der Krankenversicherung erhielten 122 Personen. Auch das Verhältnis von weiblichen und männlichen Personen blieb gleich – wir versorgen nach wie vor doppelt so viele Frauen wie Männer. Unsere Leistungsnehmer sind zwischen 40 und 97 Jahren alt. Auch dies entspricht den statistischen Daten des Vorjahres.

 

Tagespflege Königshöhe

Die Jahresauslastung der Tagespflege lag im Durchschnitt bei 86,7 %. Dies ist geringfügig höher als im Vorjahr. Die Erfahrung zeigt, dass wir es bei der  Belegung mit den zur Verfügung stehenden Plätzen, immer wieder mit Schwankungen zu tun haben werden.

 

Treff am Torn

Im Schnitt gibt es pro Monat ca. 1100 Kontakte im Seniorentreff. Die hochbetagten Senioren nehmen immer noch einen großen Stellenwert ein. Ein deutlicher Aufschwung ist in der Sportgruppe zu verzeichnen. Dieses Angebot wurde im vergangenen Jahr besonders von jüngeren Rentnern in Anspruch genommen. Zu einem gemeinsamen Mittagstisch treffen sich pro Monat ca. 700 Teilnehmer.

 

Betreutes Wohnen

Zum Ende des Berichtsjahres regelte sich die Zahl auf 21 Gäste im Betreuten Wohnen ein. 4 von ihnen erhielten Leistungen des Servicepaketes 2, alle anderen Gäste buchten das Servicepaket 1.

 

Im Jahr 2010 blieb unser Mitarbeiterstamm in etwa konstant. Eine neue Pflegefachkraft kam dazu und ergänzt das Team des Inselbereiches. Durch vermehrte Aufträge in diesem Bereich wurde eine neue Tour entwickelt.

Beim Fortbildungsplan stand natürlich auch das Thema Demenz im Mittelpunkt – im November wurde eine externe Fortbildung in Form einer Tagesveranstaltung zu herausforderndem Verhalten bei Demenz durchgeführt.

Zentrale Themen waren nach wie vor auch Dokumentation und Pflegeplanung. Eine Mitarbeiterin begann die PDL-Ausbildung und die Sozialarbeiterin absolvierte eine Fortbildung zur Sterbebegleitung in der ambulanten Pflege. Von unserer ersten Auszubildenden mussten wir uns im zweiten Lehrjahr leider trennen, da sie nicht in der Lage war, sich weiterzuentwickeln und Gelerntes in die Praxis umzusetzen.  

Die gerontopsychiatrische Fachkraft und die Sozialarbeiterin waren wieder für 25 Stunden in der Erwachsenenbildung als Dozenten tätig und wurden auch für das Folgejahr wieder angefragt.  In der Tagespflege blieb der Mitarbeiterstamm unverändert. Alle Mitarbeiter arbeiten zeitversetzt nach einem festgelegten Dienstplan, um eine optimale Pflege und Betreuung abzusichern. Ergänzt wurde das Team durch eine Teilnehmerin am Freiwilligen Sozialen Jahr.

 

Nach wie vor koordiniert und plant eine hauptamtliche Leiterin die Angebote für das Betreute Wohnen und den Treff am Torn. Der erste Mitarbeiter im Freiwilligen Sozialen Jahr beendete die Maßnahme mit großem Erfolg. Leider konnte keine lückenlose Nachbesetzung erfolgen. Die MAE-Kräfte und Praktikanten der Erwachsenenbildung unterstützen die Arbeit mit mehr oder weniger Engagement. Der Erfolg der Maßnahmen hängt nach wie vor von der Persönlichkeit und dem persönlichen Einsatz jedes einzelnen Teilnehmers ab. Eine Einflussnahme unsererseits ist so gut wie nicht möglich.

 

Die guten Verbindungen mit den Krankenhäusern des Einzugsbereichs konnten im Berichtsjahr erhalten werden, es besteht eine sehr gute Zusammenarbeit mit stationären Pflegeeinrichtungen, Behörden und Krankenkassen. Die Tagespflege arbeitete sehr gut mit den stationären Einrichtungen in Bad Freienwalde zusammen. So wurde  mehrmals kurzfristig mit einem Kurzzeitpflegeplatz oder  Heimplatz geholfen und auch wir konnten mit einem Tagespflegeplatz  die Zeit bis ein Heimplatz zur Verfügung stand, überbrücken.

Ein wichtiger Kooperationspartner für uns ist die Kirchgemeinde. Mit dem neuen Pfarrer wurden gemeinsame Projekte geplant. Er führte unsere Andacht für verstorbene Patienten durch und erklärte sich bereit, im kommenden Jahr eine Fortbildung für unsere Mitarbeiter durchzuführen.

 

Der neue junge Mitarbeiterstamm hat sich im Jahre 2010 gut etabliert. Sie sind ein fester Teil des Teams und bereichern die Arbeit. Höhepunkte für unsere Patienten sind jedes Jahr das Sommerfest und die Weihnachtsfeier. Aufgrund ihrer vielen Beeinträchtigungen sind dies oft die einzigen Veranstaltungen, die noch besucht werden können. Besonderen Anklang fand das Mandolinenorchester, welches wir für die Weihnachtsfeier gewinnen konnten. Unsere Andacht im November wurde wieder von den Mitarbeitern  durchgeführt, unser neuer Pfarrer hat die Predigt übernommen. Für die Mitarbeiter war wie immer die gemeinsame Radtour ein tolles Erlebnis mit viel Spaß.

 

Im Jahr 2010 gab es wieder viele Höhepunkte zu feiern. Stellvertretend sei genannt: Rosenmontags- und Fastnachtsfeier, Frauentagsfrühstück, Osterfeier, Eiertrudeln, Maibaum aufstellen, ein Kürbisfest, der Gedenkgottesdienst, ein Besuch im Schulzoo mit Picknick und eine schöne Weihnachtsfeier. Kinder aus dem evangelischen Kindergarten besuchten regelmäßig die Tagespflege. Im März und September wurde ein Angehörigenabend durchgeführt. Seit Januar 2010  konnte wieder eine Andacht angeboten werden. Sie wird von Schwester Helga vom Missionshaus Malche durchgeführt. Von den Verstorbenen unserer Einrichtung wird mit einer kurzen Andacht zeitnah würdig Abschied genommen.

 

Auch im Betreuten Wohnen gab es 2010 viele Ereignisse und Höhepunkte. Festlich begangen wurde das Osterfest und der Heilige Abend. Ostersonntag gab es ein leckeres Frühstück und am Heilig Abend konnten die Gäste des Betreuten Wohnens gemeinsam die Stunden am Nachmittag verbringen.

Im Seniorentreff wurde ein Bilder-Café organisiert. In Café-Haus-Atmosphäre wurden Bilder, Gemälde, Skulpturen und Designer-Möbel von ortsansässigen Künstlern ausgestellt. Bei Kaffee und Kuchen konnten die Kunstwerke bewundert werden.

Es gab ein tolles Faschingsfest und im Oktober ein Herbstfest. Ausflüge in die nähere Umgebung sind aufgrund der oft sehr beeinträchtigten Teilnehmer schwer zu organisieren. Im Berichtsjahr gab es einen Ausflug nach Falkenberg mit einer schönen Rundfahrt. Wir werden auch im kommenden Jahr versuchen, ähnliches zu organisieren.

Jeden ersten Mittwoch im Monat gestaltet das Missionshaus Malche eine kleine Andacht in den Räumlichkeiten des Seniorentreffs. So können auch viele gehbeeinträchtigte Senioren teilnehmen. Zusätzlich werden jeden Freitag Interessierte zu einer Andacht in das nahegelegene Seniorenheim gefahren. Einmal im Monat begleiten wir einige Damen zum Frauenkreis. Auch dieser findet im Seniorenheim statt. Da öffentliche Verkehrsmittel von vielen nicht mehr genutzt werden können, ist dies die einzige Möglichkeit, an solchen Veranstaltungen teilnehmen zu können. Die Bastelgruppe des Treff am Torn gestaltete wieder fleißig die Weihnachtsgeschenke für die Patienten. Es wurden Mützen und Schals für 270 Patienten gestrickt.

 

Die Arbeit in der ambulanten Pflege mit all den vernetzten Angeboten sichert viele Bedürfnisse von älteren, alten und hochbetagten Menschen. Die Auftragslage von Palliativ-Patienten nimmt stetig zu. Dieser Bereich der Pflege wird im kommenden Jahr einen größeren Teil unserer Arbeit einnehmen. Die Mitarbeiter der Palliativpflege werden sich weiter fortbilden, um die Arbeit weiter zu optimieren.

 

3.3. Diakoniestation Wriezen

 

Durch die Erweiterung unseres Angebotes um die Tagespflege und das Betreute Wohnen BEGAMOTTE, besteht jetzt ein noch besseres Angebot für viele kranke Menschen, auch die letzten Lebensjahre in der Häuslichkeit zu verbringen.  

Unsere Praxisfelder umfassen: Häusliche Pflege nach SBG XI und die Krankenpflege nach SGB V, Beratungsgespräche, soziale Beratung, die gemeinnützigen Angebote des gerontopsychiatrischen Dienstes nach  SGB XI §45 und d Angebote für Senioren. Zum Stichtag, am 15.12.2009 waren in unserer Sozialstation 1 PDL, 6 Krankenschwestern, 5 Altenpflegerinnen, 15 Pflegehelferinnen, 2 LAB, 1 Sozialarbeiterin beschäftigt.

 

Am Stichtag wurden von uns 84 Patienten betreut. Davon waren 38 in die Pflegestufe I, 22 in die Pflegestufe II und 5 in die Pflegestufe III eingestuft. 19 Patienten hatten keine Pflegestufe und erhielten entweder Leistungen nach SGB V oder zahlten die erbrachten Leistungen selbst. Es wurden insgesamt 178 Pflegebedürftige und ihre Angehörigen nach §37 SGB XI beraten.

 

In der gerontopsychiatrischen Arbeit sind inzwischen 23 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer eingesetzt. Die Einsätze finden vorwiegend in der Häuslichkeit zur Entlastung der Pflegenden Angehörigen statt. Die Betreuungsgruppe für an Demenzerkrankte, die einmal wöchentlich in unserem Haus stattfindet, wird im Durchschnitt von 5 Teilnehmern besucht.

Die Angebote der offenen Altenarbeit wurden durchgehend von ca. 9 Senioren aus Wriezen und der näheren Umgebung in Anspruch genommen. Dank des engagierten Einsatzes der 14 ehrenamtlichen Mitarbeiter  konnten die regelmäßigen Angebote wie Singen, Spielen, Basteln usw. weiterhin gewährleistet werden.

Höhepunkt im Berichtsjahr war die Eröffnung des Hauses der Diakonie „Bergamotte“, mit einer Tagespflege, die Wochentags 12 Gäste empfangen kann und dem Betreuten Wohnen, welches über sieben Einraumwohnungen und eine Zweiraumwohnung verfügt. In der Tagespflege werden die Gäste individuell in wohnlicher Atmosphäre betreut. Hier liegt der Schwerpunkt darin, die Gäste in ihren Stärken zu fördern und ihnen gleichzeitig Hilfe und Unterstützung zu bieten, wo sie erforderlich ist. Somit stellt die Tagespflege eine Verbesserung des Wohlbefindens unserer Gäste und eine erhebliche Entlastung für pflegende Angehörige dar. Das Betreute Wohnen bietet für die Mieter einerseits ein hohes Maß an Sicherheit, andererseits erhält es die Eigenverantwortung und unterstützt deren Selbständigkeit. Dies ist ein bislang einzigartiges Projekt in Wriezen und Umgebung.

 

Mit der Eröffnung des Hauses der Diakonie „Bergamotte“ am 29.November 2010 qualifizierten wir unser Angebot der offenen Altenarbeit. Wir sind sehr erfreut, dass sich alle 14 ehrenamtlichen Mitarbeiter dazu bereit erklärten, ihr Engagement  von nun an in die Tagespflege einzubringen.

 

Die Tradition der jahreszeitlichen Feste, wie das Sommerfest und die Weihnachtsfeier waren auch in diesem Jahr  nur durch den tatkräftigen und ehrenamtlichen Einsatz unserer Mitarbeiter zu realisieren. An dieser Stelle gilt den Mitarbeitern und Ehrenamtlichen ein besonderer Dank.

Seit 2010 sind wir Kooperationspartner vom Palliativ-Team „Am Oderfluss GbR“ und betreuten im Berichtsjahr 11 Patienten in der spezialisierten ambulanten palliativen Versorgung.

Unser Ziel für 2011 ist:

  1. Dass das sehr gut angenommene Angebot der Tagespflege seine Platzkapazität auf 15 Plätze erhöht.
  2. Die Entwicklung der Qualität in der Pflege, die 2010 vom MDK mit sehr gut bewertet wurde, auch in 2011 ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist und weiterentwickelt wird.
  3. Das Angebot der Spezialisierten Ambulanten Palliativen Versorgung weiterentwickeln.

 

3.4. Sozialstation Letschin

 

Das Team der Sozialstation Letschin hat sich weiter etabliert und gefestigt. Trotz der sehr begrenzten räumlichen Gegebenheiten, wurde die Arbeit weiter entwickelt und vieles bewegt.

 

Die Praxisfelder umfassen die Versorgung der Patienten in der Häuslichkeit im Rahmen des SGB V, des SGB XI, den gerontopsychiatrischen Dienst nach SGB XI § 45a, die soziale Beratung und die ergänzenden Angebote des Servicekataloges. Wie schon im vergangenen Jahr wurden im Schnitt 130 Patienten betreut. Es gibt den Podelziger und den Letschiner Bereich.

 

Der Mitarbeiterstamm wurde im Jahre 2010 geringfügig aufgestockt. Anfang des Jahres ergänzte das Team eine Pflegefachkraft und im Juli wurde die Stelle der Sozialarbeiterin neu besetzt. Sie unterstützt die Arbeit der Station mit ca. 5 h pro Woche. Ende des Jahres wurde eine PFK eingestellt in Vorbereitung der Eröffnung der Tagespflege im Februar 2011. Im Laufe des Jahres wurden 2 Kolleginnen in den Ruhestand verabschiedet.

Eine PFK begann die Ausbildung zur PDL und eine PFK wurde als Palliativfachkraft ausgebildet. Eine Kollegin beendete erfolgreich die Ausbildung zur gerontopsychiatrischen Fachkraft. Sie leitet jetzt gemeinsam mit der Sozialarbeiterin den Helferinnenkreis.

 

Eine besonders enge Zusammenarbeit besteht mit der Gemeinde Letschin. Gemeinsam wurde 2010 der Bau der Tagespflege und des Betreuten Wohnen geplant und realisiert. Auch mit den Krankenhäusern Wriezen und Seelow und dem Seniorenheim in Letschin besteht eine gute Kooperation. Bei der gemeinsamen Betreuung von Patienten existiert eine hervorragende Zusammenarbeit mit der Allgemeinärztin in Letschin. Im Bereich des Hausnotrufes arbeiten wir mit der Johanniter Unfallhilfe aus Frankfurt (Oder) zusammen.

 

Das Jahr 2010 war geprägt von Baumaßnahmen und Umzugsplänen. Fast das gesamte Jahr wurde der Bau der Tagespflege vorbereitet, geplant und ausgeführt. Die Eröffnung ist für den Anfang des Jahres 2011 geplant.

Da die derzeitigen Räumlichkeiten der Station sehr beengt sind, wurde auch hier nach neuen Räumlichkeiten gesucht. Ende des Jahres wurden in Letschin ansprechende Räume gefunden, welche noch ausgebaut werden. Für den März 2011 ist der Umzug der Sozialstation geplant.

Im Dezember wurde wieder eine schöne Weihnachtsfeier für die Patienten durchgeführt. Die Mitarbeiter backen den Kuchen, kümmern sich um den Transport und die Patienten genießen die gemeinsam verbrachten Stunden. Der ehrenamtliche Helferinnenkreis wurde ausgebaut. Es finden regelmäßige Fallbesprechungen und Zusammenkünfte der Helferinnen statt. Ein neuer Flyer für Angebote und Hilfen für Menschen mit Demenz soll neue Betreuungen anregen und die Öffentlichkeitsarbeit mobilisieren.

 

Ende des Jahres überprüfte der medizinische Dienst der Krankenkassen die Sozialstation. Wir konnten mit einer guten 1,7 abschließen. Wir wissen um unsere Schwachstellen in der Dokumentation und werden aktiv an diesen arbeiten.

 

Wie schon im Jahresbericht erwähnt wurde, wird es im neuen Jahr viele Veränderungen geben. Es gilt, die Tagespflege Schw. Auguste zu eröffnen und eine effektive Kundenakquise durchzuführen. Im März wird die Station umziehen. Der laufende Betrieb der Station darf für die Patienten trotz dieser großen Ereignisse nicht beeinträchtigt werden. Ziel ist, in allen Bereichen eine gute Auslastung sicher zu stellen und zwischen den ambulanten und dem neuen teilstationären Arbeitsfeld eine gute Verbindung zu schaffen.

 

3.5. Hospizdienst

 

Der Gesetzgeber hat mit Einführung der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) allen Versicherten einen Rechtsanspruch auf eine spezialisierte Versorgung zu Hause bzw. im vertrauten Umfeld eröffnet. Mit diesem Hintergrund war die stetige Verbesserung hospizlicher und palliativer Versorgung, sowie die Zunahme und Vernetzung verschiedener Berufsgruppen in Märkisch-Oderland Schwerpunkt unserer Arbeit. Seit Januar 2010 sind wir gemeinsam mit den 4 Sozialstationen  Kooperationspartner des Palliativteams „Am Oderfluss“ in Frankfurt/Oder.

 

Im November starteten wir in Strausberg in Zusammenarbeit mit der Barmer GEK mit einer Vortragsreihe für pflegende Angehörige – „Palliative Pflege zu Hause“. Die Realisierung dieses Angebotes schaffte eine weitere Möglichkeit das Anliegen von Palliativversorgung und Hospizarbeit Betroffenen und ihren Angehörigen näher zu bringen.

 

Das Fortbildungsangebot „Sterbenden und ihren Angehörigen nahe sein - Sterbebegleitung in Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege“ nutzten 12 Mitarbeiterinnen aus unseren Sozialstationen und dem Krankenhaus MOL. Die Teilnehmerinnen konnten ihre Erfahrungen mit schwerer Krankheit, Sterben, Tod und Trauer gemeinsam reflektieren und ihr Wissen hinsichtlich der Sterbebegleitung vertiefen.

 

Nach Abschluss eines Schulungskurses für ehrenamtliche HospizhelferInnen aus den Gemeinden in und um Fredersdorf stehen dem Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst MOL (AHPBD) nunmehr 57 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen in unserem Landkreis in den Hospizgruppen Seelow, Bad Freienwalde/Wriezen, Strausberg und Fredersdorf zur Verfügung.

Im letzten Jahr suchten 127 Menschen Kontakt zum AHPBD. Schwerstkranke, sterbende Menschen und ihre Angehörigen wurden beraten, durch den Einsatz ehrenamtlicher HospizmitarbeiterInnen begleitet, unterstützt und entlastet.

Erstmalig begleiten wir auch Familien mit schwerkranken Kindern. Aufgabe wird es nun sein die Belange von Kindern und betroffenen Familien in den Focus zunehmen, Bedarf zu ermitteln und nächste Schritte, wie die Qualifikation ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen für die hospizliche Begleitung von Kindern im Landkreis zu planen.

 

Im letzten Jahr wurden in Trauergruppen, im Trauercafé und in Einzelgesprächen 50 Menschen auf ihrem Weg durch die Trauer begleitet. Diese Arbeit wurde überwiegend ehrenamtlich geleistet. Hier zeigt sich der dringende Bedarf an Qualifikation und zusätzlicher Supervision. Es ist geplant eine ehrenamtliche Mitarbeiterin zur Trauerbegleiterin für Kinder ausbilden zu lassen.

 

„Wenn Kinder dem Tod begegnen - Kinder in ihrer Trauer begleiten“, ein Projekt welches wir gemeinsam mit der Familien- und Jugendhilfe unseres Trägers seit 2007 schrittweise entwickeln, wurde weitergeführt. Die Förderung durch den Landkreis ermöglichte es uns an einem Informationsabend auf die Belange der Kinder weiter aufmerksam zu machen. An 3 Nachmittagen wurden Kinder, die einen nahestehenden Angehörigen verloren haben in einer Gruppe begleitet, 2 Einzelbegleitungen liefen.

 

3.6. Jugend- und Familienhilfe Regenbogen

 

Auch in diesem Jahr bestätigte sich die Wahrnehmung, dass die Arbeit im Bereich der Hilfen zur Erziehung eine sehr komplexe Herausforderung darstellt, die von den Fachkräften ein hohes Maß an beruflichem und persönlichem Engagement erfordert.

Auch durch die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen befinden sich Familien zunehmend in Überforderungssituationen, welche ihnen eine eigenverantwortliche Wahrnehmung der elterlichen Sorge für eine gesunde Entwicklung ihrer Kinder erschwert.

Die Bewältigung der mit der Sicherung des Kindeswohles in den betreuten Familien verbundenen Tätigkeiten stößt in der täglichen Arbeit mitunter an Grenzen, die einerseits durch Überlastungssituationen der MitarbeiterInnen in den Jugendämtern sowie andererseits durch steigende bürokratische Anforderungen an alle beteiligten Fachkräfte entstehen.

Die Zusammenarbeit mit den Kostenträgern sowie Kooperationspartnern war dennoch durch ein positives und konstruktives Miteinander gekennzeichnet. Dadurch gelang es, die Unterstützung suchenden Familien in ihrer elterlichen Kompetenz zu stärken.

Wir bedanken uns bei den Familien für das entgegengebrachte Vertrauen und bei unseren MitarbeiterInnen und Kooperationspartnern für das tägliche Engagement unter immer schwierigeren Rahmenbedingungen.

 

Landkreis Märkisch Oderland

Die Arbeit im Bereich von Kindeswohlgefährdungen stieg auch 2010 weiter an. Durch eine stetige Qualifizierung im Arbeitsbereich erzielten die Mitarbeiterinnen eine zunehmende Sicherheit im Umgang mit Schutzplänen und den damit verbundenen Arbeitsaufträgen.

Die Stärkung und Förderung der elterlichen Verantwortung auch in diesem Arbeitsfeld ist uns ein unerlässlicher Arbeitsansatz, der eine kontinuierliche Reflektion des eigenen Handelns erfordert.

Die Stärkung der Eltern wurde neben den antragspflichtigen Hilfen auch zusätzlich in unterschiedlichen Kontexten gestärkt. Dabei wurde deutlich, dass Eltern beteiligt werden möchten und auch über entsprechende Kompetenzen verfügen. Beispielsweise konnten Familien in den Elterngruppen mit anderen Eltern ins Gespräch kommen. Der Austausch in der Gruppe ist ein wichtiger Schritt aus der Isolation und ermöglicht ein Gefühl, nicht allein mit schwierigen Themen dazustehen. Eine gegenseitige Unterstützung, die durch pädagogische Mitarbeiter begleitet wird, wird von Eltern häufig als sehr hilfreich empfunden.

 

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt lag 2010 in der Vorbereitung und Durchführung der Wanderausstellung „Un-heimliche Macht - gegen sexuelle Gewalt an Kindern“ in Müncheberg. An der Informationsveranstaltung nahmen über 100 interessierte Eltern teil. Darüber hinaus besuchten Eltern auch die Ausstellung selbst.

Aufgrund der positiven Zusammenarbeit im Sozialraum ist es gelungen, im Rahmen der Ausstellung alle sozialen Einrichtungen der Stadt zu erreichen. Alle Schüler und Schülerinnen der Grundschule wurden durch die Ausstellung über mögliche Gefahren aber auch Schutzmöglichkeiten informiert.

Die Teilnahme aller LehrerInnen der Grundschule sowie von Horterzieherinnen und Schulsozialarbeitern der Grund- und Oberschule an der vorbereitenden Weiterbildung sowie die Teilnahme von 30 Kitaerzieherinnen aus allen Müncheberger Kindertagesstätten an einer gezielten Weiterbildung zum Thema empfinden wir aus unserer Erfahrung heraus keineswegs als Selbstverständlichkeit.

Insgesamt kann eingeschätzt werden, dass die Zusammenarbeit mit den Schulen intensiviert werden konnte. Dies liegt neben unserem fachlichen Anspruch u.a. auch an der Zunahme von Schulbegleitungen, die einen kontinuierlichen Austausch erfordert.

Anknüpfend an die Arbeit der Vorjahre widmeten wir uns auch 2010 der Trauerarbeit mit Kindern. Vorrangig durch ehrenamtliches Engagement und eine intensive und vertrauliche Zusammenarbeit mit dem ambulanten Hospizdienst konnten für betroffene Kinder Möglichkeiten zur Begleitung ihrer Trauer sichergestellt werden.

 

Die sehr gute Auslastung aller Arbeitsgebiete ist für uns ein wichtiges Zeichen für die Anerkennung unserer täglichen Arbeit.

 

Landkreis Oder Spree

 

Auch im Landkreis Oder Spree zählte die Arbeit im Kinderschutzbereich zu den täglichen Aufgaben unserer MitarbeiterInnen.

Eine gezielte Zusammenarbeit mit den MitarbeiterInnen des Jugendamtes sowie unseren Kooperationspartnern ermöglichte in unserer Arbeit eine zunehmend verbesserte Vernetzung, welche für die Familien als unterstützend empfunden wird.

Die weitere Mitwirkung in der Arbeitsgruppe zur Überprüfung und Entwicklung der fachlichen Standards in der ambulanten Jugendhilfe zielt auf eine Qualitätssicherung- und Entwicklung. Dieser Prozess wird im nächsten Jahr abgeschlossen werden.

Das Team der ambulanten Jugendhilfe veränderte aufgrund veränderter Bedarfe, welche  durch das zuständige Jugendamt am Standort Fürstenwalde signalisiert wurden, seinen Standort von Fürstenwalde Nord in die Reifenwerksiedlung nach Fürstenwalde Süd. Durch den Umzug konnten die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen stark verbessert werden. Zudem bieten die Räumlichkeiten gute Voraussetzungen für Gruppenangebote sowie die Durchführung von Begleiteten Umgängen, welche in Einzelfällen durch uns abgesichert  wurden.

Darüber hinaus sind wir seit 2010 erstmalig im Bereich der Schulbegleitung tätig. Diese Arbeit bedeutet für unsere Mitarbeiterinnen eine neue Herausforderung, die mit einer intensiven Zusammenarbeit mit der Schule verbunden ist.

 

Im Bereich der Jugend- und Familienhilfe zählten in den Landkreisen MOL und LOS insgesamt 23 pädagogische MitarbeiterInnen zu unserem festen Personalstamm. Darüber hinaus unterstützen zwei Zivildienstleistende, eine Teilnehmerin im Freiwilligen Sozialen Jahr sowie eine weitere Mitarbeiterin durch begleitende Tätigkeiten unsere Arbeit.

Die im letzten Jahr begonnene Ermöglichung einer berufsbegleitenden Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher hat sich nach unserer Erfahrung sehr gut bewährt, sodass wir in diesem Jahr dafür einen zusätzlichen Arbeitsplatz für einen jungen Mann geschaffen haben. Er hat mit Beginn des neuen Schuljahres seine Ausbildung begonnen. In der  Unterstützung  berufsbegleitender Ausbildungen sehen wir eine wichtige Ressource, um dem massiv zunehmenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Der Aspekt der Fortbildung bildete auch 2010 einen Aufmerksamkeitsschwerpunkt als Voraussetzung für die Qualitätssicherung und Entwicklung. Eine Mitarbeiterin absolvierte erfolgreich die Qualifizierung zur Insoweit erfahrenen Fachkraft. 3 MitarbeiterInnen haben mit einer berufsbegleitenden Qualifizierung im Bereich der Schulbegleitung begonnen.

Ebenso nahmen unsere MitarbeiterInnnen an regelmäßig statt findenden Arbeitskreisen sowie Fortbildungen im Bereich der Tagesgruppenarbeit sowie an weiteren arbeitsfeldbezogenen Angeboten teil. Regelmäßige Fall- und Teamsupervisionen sowie wöchentlich stattfindende Teamberatungen zählen zu einem unerlässlichen Standard unserer Arbeit.

 

Im neuen Jahr gilt es, kontinuierlich den Prozess der qualitativen Weiterentwicklung unserer Angebote fortzuführen. Dabei fließt die Etablierung neuer und ergänzender Angebote ebenso ein wie die konzeptuelle Arbeit an bestehenden Angeboten. Dafür bedarf es die Weiterführung von Qualifizierungen unserer MitarbeiterInnen.

Durch das Wegbrechen des Zivildienstes sind wir 2011 auf Alternativen zur Absicherung der unterstützenden Tätigkeiten in unseren Tagesgruppen angewiesen. Das Thema des Bundesfreiwilligendienstes wird in diesem Prozess eine der zu prüfenden Möglichkeiten darstellen.

Durch die stetig steigenden Anforderungen in der täglichen Arbeit werden die Mitarbeiterpflege, im Sinne einer Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit und Motivation für die Arbeit, durch einen wertschätzenden und fairen Umgang miteinander im neuen Jahr weiter an Bedeutung gewinnen.

Ebenso wichtig erachten wir eine weiterhin konstruktive Zusammenarbeit mit den Kostenträgern und Kooperationspartnern, um das gemeinsame Ziel, Familien in der Wahrnehmung ihrer Elternverantwortung stärken zu können, zu erreichen.

 

Jugendhilfe im Landkreis Dahme – Spreewald

 

Die Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend, Sport und Freizeit des Landkreises ist geprägt von Achtung und Wertschätzung. Über viele Jahre hinweg ist es uns gelungen, trotz einiger Veränderungen immer miteinander im Gespräch zu bleiben und konstruktiv zusammenzuarbeiten. Auf diesem Hintergrund wurde auch im Jahr 2010 gemeinsam am Thema Kinderschutz gearbeitet, es wurden Leistungsbeschreibungen überarbeitet und entwickelt und auch die Gremienarbeit erfolgte konstruktiv und sachlich.

 

Rückblickend für unseren Bereich, ist das Jahr 2010 durch verschiedenste Veränderungen, aber auch eine für die Klienten kontinuierliche Tätigkeit geprägt.

 

Zum einen konnten wir uns personell entwickeln. Das heißt es wurde eine neue Mitarbeiterin eingestellt. Zum anderen führte der Landkreis Dahme- Spreewald eine neue Hilfeform und ein neues Abrechnungsmodell ein. Das bedeutet wir als Träger leisten seit Januar 2010 zusätzlich zu der „Sozialpädagogischen Familienhilfe“ und dem „Erziehungsbeistand“ die „familienunterstützende Hilfe“. Diese beinhaltet eine gewisse Niederschwelligkeit und wurde von zwei Mitarbeiterinnen geleistet. Im Laufe des Jahres konnten wir für diese Hilfeform eine weitere Mitarbeiterin einstellen, um flexibler auf Hilfeanfragen regieren zu können.

 

Das Elterncamp konnte auch im Jahr 2010, dank einer Spende, durchgeführt werden. Unter dem Motto: „Die 4 Elemente“ hatten Eltern mit ihren Kindern die Möglichkeit unter Leitung der „Sozialpädagogischen Familienhilfe“ einen kleinen Urlaub zu genießen. Um dies umzusetzen setzt es ein großes Maß an Engagement bei den Mitarbeiterinnen voraus. Mit großer Freude wurde ein Konzept entwickelt und es konnte somit ca. 40 Personen diese Freizeit ermöglicht werden.

 

Projekt „Vermeidung von Obdachlosigkeit durch präventive Vorfeldarbeit in der Stadt Königs Wusterhausen“

 

Im Jahr 2010 wurden der Beratungsstelle insgesamt 163 Haushalte (mindestens 195 Erwachsene und 54 Kinder) bekannt und die in dem Projekt tätige Sozialarbeiterin konnte fast 74 % dieser Haushalte persönlich erreichen. Insgesamt wurden 523 Beratungsgespräche in der Beratungsstelle und 53 im Haushalt der Klienten geführt. Des Weiteren fanden 13 Begleitungen zu Behörden, Vermietern und anderen Beratungsstellen statt. Bei 81 Hausbesuchen wurden keine Klienten angetroffen, so dass diese mittels eines Briefes zu einem Gespräch in die Beratungsstelle eingeladen wurden.

 

Besonders positiv auf die Arbeit des Projektes wirkte sich die erhöhte Arbeitszeit der eingesetzten Mitarbeiterin aus. Diese wurde dank der Anhebung der Projektfinanzierung durch die Stadt Königs Wusterhausen möglich.

 

Am Ende des Jahres 2010 konnte die Beratungsstelle, welche von Obdachlosigkeit bedrohte Bürger der Stadt Königs Wusterhausen beratend begleitet, auf eine 10 jährige Tätigkeit zurückblicken und ein positives Fazit ziehen. So konnte den meisten der in diesem Zeitraum bekannt gewordenen rund 1.000 Klientenhaushalte weitergeholfen werden, so dass eine Obdachlosigkeit dauerhaft vermieden werden konnte. Oftmals musste eine schnelle Lösung gefunden werden, um eine aktuell drohende Obdachlosigkeit zu vermeiden, aber eine dauerhafte Vermeidung der Obdachlosigkeit erfolgte erst durch eine „Nachbetreuung“, welche sich teilweise über mehrere Jahre erstreckte. So ist es nicht verwunderlich, dass der Beratungsprozess vor einem Räumungstermin sehr viel kürzer ist, als nach einem Räumungstermin. Gerade hier zeigt es sich, wie wichtig für die Klienten ein kontinuierlicher und kompetenter Ansprechpartner ist.

 

Wir hoffen auch in den kommenden Jahren auf die gute Unterstützung der Stadt Königs Wusterhausen und möchten uns hiermit für die sehr gute Zusammenarbeit im Jahr 2010 bedanken. Ein großes Dankeschön geht auch an unsere Netzwerkpartner, welche uns in unseren Bemühungen die Klienten zu unterstützen geholfen haben.

 

3.8. Heim für minderjährige, unbegleitete und begleitete Flüchtlinge Kinder und Jugendliche „ALREJU“

 

Das Jugendprojekt ALREJU hat im Berichtszeitraum 112 Kinder und Jugendliche aus 13 Ländern in die Clearingstelle aufgenommen, darunter auch Kinder, deren Eltern durch Krankheit oder Abschiebehaft vorübergehend ihrer Personensorge nicht nachkommen konnten und die nach kurzer Zeit ihren Eltern wieder übergeben werden konnten. 42 Jugendliche wechselten nach dem Clearingverfahren in eine Heimgruppe des ALREJU.

Der Schwerpunkt bei den Herkunftsländern lag auf Afghanistan. Wie schon 2009 kamen diese Jugendlichen über die Türkei, Griechenland nach Deutschland ohne nach Dublin II – Verordnung dorthin zurückgeschoben zu werden, da sich die Situation der Flüchtlinge in Griechenland nicht verbessert hat. Erst Anfang 2011 entschied der europäische Gerichtshof für Menschenrechte, dass Flüchtlinge, die über Griechenland nach Westeuropa geflohen sind, auch bei bestehendem Asylantrag in Griechenland dorthin nicht zurückgeschoben werden dürfen.

Auffällig war 2010 die erstmalige Aufnahme einer Gruppe afghanischer Mädchen sowie einer Gruppe yezidischer Jugendlichen aus Syrien und dem Irak. Bis auf zwei Ausnahmen konnten Letztere zu älteren Geschwistern nach Niedersachsen ziehen, da Yeziden als ethnisch und religiös verfolgte Minderheit in Deutschland in der Regel politisches Asyl erhalten und ihnen der Zuzug zu den bestehenden yezidischen Gemeinden ermöglicht wird.

 

Auch 2010 wurde die erfolgreiche Beschulung im Erstunterricht Deutsch in der Einrichtung weitergeführt. Sie ist die erste Stufe eines Beschulungskonzeptes, das gemeinsam mit der 1. Oberschule entwickelt wurde, dort weitergeführt wird und zum erfolgreichen Abschluss der 9. oder 10 Klasse führt. Für diese Arbeit erhielten das ALREJU und die 1.Oberschule gemeinsam den Ehrenpreis des Landes Brandenburg zum Auftakt der interkulturellen Woche in Fürstenwalde.

 

Konzeptionell ist es ein Ziel in der Betreuungsarbeit des ALREJU, dass sich alle Jugendlichen nach einer kurzen Eingewöhnungszeit und Einweisung eigenständig verpflegen. Dies setzt ein Mindestmaß an Fertigkeiten in der Vorbereitung und Zubereitung von Speisen voraus. Im Laufe des Jahres wurde deutlich, dass immer weniger neu ankommende Jugendliche in der Lage sind, sich nach dem Clearingverfahren eigenständig zu verpflegen. Daher wurde mit dem Schuljahresbeginn im August ein zweiwöchiger Kochkurs als fester Bestandteil des Clearingverfahrens konzeptionell aufgenommen. Er schließt mit einer Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme und muss unter Umständen wiederholt werden. Um den räumlichen Anforderungen gerecht zu werden, wurde eine separate Küche mit angrenzendem Speiseraum neu eingerichtet und zum 01.12.2010 in Betrieb genommen.

 

Die besondere Situation der minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlinge, ihre Fluchtgründe, die sich ständig ändernden Krisengebieten weltweit gehören zu den Themen, zu denen sich die Einrichtung auch 2010 aktiv eingebracht hat, durch

-       Gestaltung  von Unterrichtsstunden an der evangelischen und katholischen Grundschule

-       Mitarbeit in der Schulkonferenz und dem Förderverein der 1. Oberschule

-       Teilnahme an Themenveranstaltungen in Gemeinden des Kirchenkreises Fürstenwalde-Strausberg

-       Mitgestaltung einer Veranstaltung im Rahmen der interkulturellen Woche in Fürstenwalde

-       Mitarbeit im Bundesfachverband für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge

 

Jugendmigrationsdienst  Seelow

 

Im Jahr 2010 wurden durch den JMD Seelow 74 junge Menschen mit Migrationshintergrund betreut und begleitet. Es waren 52 Jugendliche, die als Familienangehörige von Spätaussiedlern, die nach den §§ 7.2 und 8 des Bundesvertriebenengesetzes nach Deutschland eingereist sind. Aus der Gruppe der bleibeberechtigten Ausländer wurden 22 junge Menschen beraten.

Im Rahmen seines Auftrages hat der JMD Seelow im August zusammen mit jugendlichen Spätaussiedlern aus Strausberg, Seelow und Neuhardenberg zwei Kurse „Soziales Lernen und Stärkung der beruflichen Kompetenzen“ im Jugendbildungszentrum Blossin durchgeführt.

Am 26. Juni wurde in Seelow das erste HipHop – Festival durchgeführt. Die Leitung des Projektes lag beim Jugendmigrationsdienst Seelow und wurde im Rahmen des Projektes: „together – Interkulturelle Verständigung und respektvolles Zusammenleben lernen“ von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund organisiert.

Aus den gemachten Erfahrungen des HipHop-Festivals entstand der Wunsch, ein weiteres, intensiveres Projekt zu entwickeln und durchzuführen. In der Folge fand im Oderland Camp in Falkenhagen ein mehrtägiger Musik- Workshop statt.

 

Ein weiterer Schwerpunkt der Sozialarbeit des JMD in 2010 war die Familien- und Elternarbeit. Der Bedarf an unterstürzender Begleitung und Beratung von Jugendlichen und deren Eltern bei Ausbildungs- oder Weiterbildungssuche hat stark zugenommen. Eltern mit Migrationshintergrund fehlen häufig Informationen über das Schul- und Ausbildungssystem, den Zugang zum Arbeitsmarkt bzw. das Spektrum der Berufe. In der Zusammenarbeit mit Berufsberatern der Agentur für Arbeit und dem JobCenter, Kompetenzagentur und Bildungsträgern konnten die konkreten Bildungsangebote, die mit Beginn des neuen Schuljahres anliefen, vermittelt werden.

 

Zum 01.12.2010 konnte ein durch den JMD Seelow initiiertes Projekt „Go out“ an der Lise-Meitner-Oberschule Strausberg begonnen werden. Zielgruppe dieser Maßnahme sind die 10 -14 Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund im Alter von 12 bis 16 Jahren.

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind z.Zt. Spätaussiedlerjugendliche aus Kasachstan bzw. den GUS-Staaten und Flüchtlinge (überwiegend Asylbewerber), aus dem Irak und aus Afghanistan.

Kulturelle Unterschiede und sprachliche Defizite führen dazu, dass es einen nur sehr geringen Austausch und kaum Kontakte zwischen den Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund gibt. Diese fehlenden Kontakte stellen den unguten Nährboden dar für Vorurteile und Konfliktpotential. Die Maßnahme „Go out!“, gefördert durch das Projekt „together“ schafft Gelegenheiten, Zeiten und Räume für Kontakte, außerhalb des regulären Schulbetriebs.

 

Together – Interkulturelle Verständigung und respektvolles Zusammenleben lernen

 

Am 01.02.2010 startete in vier Brandenburger Landkreisen ein zweijähriges Projekt, durch das Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund  gemeinsam interkulturelle Verständigung und respektvollen Umgang miteinander lernen sollen. Durch erlebnispädagogische Angebote und mit Hilfe des methodischen Ansatzes „Anti – bias“ sollen sich die Jugendlichen besser kennenlernen und gegenseitige Vorbehalte und Vorurteile abbauen. Verankert wurde das Projekt an die vier Jugendmigrationsdienste Märkisch - Oderland, Teltow - Fläming, Ostprignitz – Ruppin und Elbe – Elster, die Koordination liegt beim Diakonischen Werk Oderland-Spree e.V.

An allen Standorten konnten Kooperationspartner gewonnen werden und wurde die Anti – bias – Grundsensibilisierung vorbereitet und durchgeführt. Diese betraf in erster Linie die in der Jugendarbeit tätigen Fachkräfte der Jugendmigrationsdienste und ihrer Kooperationspartner, um auch nach Abschluss des Projektes eine Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Die konkreten Maßnahmen mit den Jugendlichen begannen  im Herbst, wobei jeder Standort seine eigenen Schwerpunkte setzte. Fachlich begleitet wurden Schulungen und Maßnahmen durch das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz, die über Spendenmittel auch die Finanzierung absichert.

 

3.9. Wohnübergangsheim für Asylbewerber „Haus Hoffnung“

 

Ziel unserer Arbeit ist die Akzeptanz anderer Kulturen und Religionen in der Öffentlichkeit. Eine hohe Professionalität  und ein großes Engagement sind dafür Voraussetzung.

Auch im Jahr 2010 stieg die Anzahl der Zuweisungen geringfügig an. Das ergab aber, durch den langen Leerstand von Trainingswohnungen, nur insgesamt eine durchschnittliche Belegung von 76% (123 Anmeldungen, 107 Abmeldungen, 9 Geburten,). Erstmalig trafen in unserem Haus keine Spätaussiedler ein. Die Zahl der zu betreuenden jugendlichen unbegleiteten Flüchtlinge verringerte sich erheblich auf durchschnittlich 12 Jugendliche (16 bis 18 Jahre alt). Dafür stieg im Projekt für allein stehende und besonders schutzbedürftige Frauen und psychisch kranke Flüchtlinge die Anzahl der Klienten auf 56. Anzumerken ist besonders ein erheblicher Anstieg der Anzahl jugendlicher Klienten. Ein Aspekt dieser Steigerung ist sicher  das Vorhandensein der Behandlungsstelle für traumatisierte Flüchtlinge seit Anfang des Jahres in Fürstenwalde.

Hinter dieser großen Anzahl von Schutzbedürftigen stehen bedrückende menschliche Schicksale (Gewalterfahrungen wie Folter und Missbrauch, Verfolgung, Verlust von Angehörigen sowie der Heimat). Es gehört ein hohes Maß an Professionalität, Empathie und Kompetenz von Seiten der Mitarbeiter dazu, diesen Menschen Hilfsangebote innerhalb der Betreuung aufzuzeigen, die ihr Gefühl der Perspektivlosigkeit mindern können.

Einige Veranstaltungen wurden auch 2010 von unserem Haus initiiert bzw. besucht. Hervorzuheben sind hierbei: Frauenyogagruppe, eine Busfahrt in das Naturschutzzentrum „Unteres Odertal“ im Rahmen der Frauenwoche, die Einweihung der neuen Tischtennisplatte mit einem Turnier, die von „Haus Hoffnung“ gestaltete Fotoausstellung im Dom zum Thema „20 Jahre Flüchtlinge in Fürstenwalde, Einladungen der PDS zur Frauentags- und Weihnachtsfeier und die Bescherung der Kinder vom Haus Hoffnung am 24.12.10 ebenfalls durch die PDS. Den schon traditionellen Ausklang des Jahres das „Weihnachtsfeuer“, mussten  wir aufgrund der Schneeberge auf dem Gelände verlegen. Es wurde zu einem „Neujahrsfeuer“. Auch im 4. Jahr stand die übertragbare Monatskarte (punktuelle Unterstützung sozial Schwacher zur Verbesserung der Mobilität dieses Personen-kreises) zur Verfügung.

 

Auch eine für Bewohner und Mitarbeiter gleichermaßen negative Entwicklung sollte hier genannt werden: keine 24h-Bewachung mehr, sondern nur noch werktags zwischen 17.00 und 07.00 Uhr und am Wochenende. Diese Tatsache brachte ein gewisses Sicherheitsmanko mit sich: unangemeldete Übernachtungsgäste, abgestellte Einkaufswagen und Autos, unkontrollierter An- und Abtransport von Gegenständen.

 

Le Calme

Im Jahr 2010 ist die Zahl der Hilfesuchenden mit 296 stabil geblieben. Zu den normalen Leistungen kamen im vergangenen Jahr umfassende Beistandsleistungen bei mehreren Sterbefällen und Totgeburten (Antragstellung, Organisation und Kooperation mit Bestattungsunternehmen nach bestimmten religiösen Vorschriften) dazu. Die Antragstellungen auf ALG II sind leicht zurückgegangen, trotzdem ist dadurch viel Arbeitszeit gebunden, da ergangene Bescheide im Einzelnen verständlich erklärt werden müssen.

Im Projekt Trainingswohnen mussten im Jahr 2010 erstmalig drei Mietparteien ins Heim zurückziehen, da sie die Bedingungen für das erfolgreiche Absolvieren des Trainingswohnens nicht erfüllt haben.

 

Vormundschaften

Im benannten Arbeitsgebiet wurden 175 Vormundschaften über ausländische Kinder und Jugendliche geführt, wobei es sich in 47 Fällen um neu hinzu gekommene handelt. 63 Vormundschaftsangelegenheiten wurden wegen Erreichen der Volljährigkeit, Rückführung in das Herkunftsland bzw. einen Drittstaat, aber auch Änderung der Identitätsangaben beendet.

Die allgemeinen Aufgaben erstreckten sich von der Abklärung/Beantragung von Hilfeleistungen nach dem KJHG, aufenthalts- und ausländerrechtlichen Angelegenheiten einschließlich Asyl-/Klageverfahren Gesundheitsvor- und -fürsorge bis hin zu der Bearbeitung von Ermittlungs-/Strafverfahren. Auf Grund der geänderten Herkunftsländer, eine Vielzahl der neu hinzu gekommenen Mündel kommen aus Afghanistan, hat die Anzahl der Asyl-, in der Folge Klageverfahren erheblich zugenommen.

 

3.10. Sucht- und Drogenberatung

 

Das Jahr 2010 war für die Sucht- und Drogenberatungsstelle des Diakonischen Werkes Oderland-Spree e.V. insbesondere mit vielen personellen Entwicklungen und Änderungen verbunden. So beendete Frau Dipl. – Psych. Ulrike Eckert ihre Tätigkeit im Juni 2010 und die Leitungsfunktion wurde zum 01.07.2010 durch Frau Dipl.- Päd. Friederike Neugebauer neu besetzt. Weiterhin beendete im Berichtsjahr eine Mitarbeiterin ihre langjährige Tätigkeit in der Suchtberatungsstelle und zwei neue Fachkräfte konnten eingestellt werden, sodass sich unser Team seit Ende des Jahres 2010 aus 5 Mitarbeitern zusammensetzt.

 

Eine zentrale Perspektive unserer Arbeit ist, die Betroffenen beim Aufbau eines selbstverantwortlichen, suchtmittelfreien Lebens zu unterstützen. Dazu konnte die Sucht- und Drogenberatungsstelle auch 2010 die Beratung und Behandlung zum Abbau des Vermittlungshemmnisses Substanzgebrauch (nach §16.2. SGB II bzw. §16a SGB II) umsetzen. Gleichfalls wurde beständig für betroffene Glücksspieler und deren Angehörige ein spezielles Angebot vorgehalten. Seit 01.12.2010 installierten wir eine „Fachstelle für Jugendsuchtberatung und –prävention“, die sich Jugendlichen und jungen Erwachsenen, mit ihren speziellen Entwicklungsaufgaben und Substanzkonsumproblemen, widmet.

 

Kontinuierlich konnten wir Klienten in den Allgemeinen Krankenhäusern Wriezen und Seelow zu Motivationsgesprächen aufsuchen und Vorbereitungskurse auf die MPU für alkohol- oder drogenauffällige Kraftfahrer anbieten.

Da sich die Lebenslagen unserer Klienten verschärfen, Schwierigkeiten und Probleme sich verfestigen und Lösungsfindungen erschwert sind, besonders in unserem strukturschwachen und ländlichen Gebiet; ist die Kooperation und Vernetzung mit anderen Hilfesystemen eine Voraussetzung unserer Arbeit. So konnte beispielsweise in unserer Außenstelle in Bad Freienwalde, Ringstr. 10, ein Beratungszentrum geschaffen werden, welches unseren Klienten einen unkomplizierten, bedarfsgerechten Zugang sowohl zur  Schuldner- und Insolvenzberatung, als auch zum Jugendmigrationsdienst ermöglicht; da alle drei Beratungsstellen räumlich zusammengeführt wurden. Aber auch die Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkarbeit, Gremienmitwirkung und Durchführung von externen Präventions- und Informationsveranstaltungen bildete einen wichtigen Bestandteil unserer Arbeit.  

 

Da immer mehr Menschen in schwierigen Lebenslagen im Internet nach Informationen zu Ihren Problemen und nach Unterstützungsangeboten suchen, erweiterten wir unser Angebotsspektrum im Oktober 2010 um das der Onlineberatung.

Zur Sicherstellung der Qualität und Effektivität der Angebote der Sucht- und Drogenberatungsstelle bildeten sich die Mitarbeiter kontinuierlich durch die Teilnahme an Fachtagungen, Beratungsstellentreffen, Fachforen, Workshops, Symposien, Suchttherapietagen und Supervision weiter.

 

Wir konnten 2010 insgesamt 338 einzelne Personen (in 2458 Kontakten) beraten, wovon 299 Betroffene und 39 Angehörige waren. Die Anzahl der Nachsorgegespräche blieb mit 219 Betreuungen in 446 Einzel- und Gruppenkontakten stabil. Dieses therapeutische Angebot soll unseren Klienten sowohl bei der Aufrechterhaltung der Abstinenz, nach einem stationären Aufenthalt, helfen; als auch der Rückfallprophylaxe dienen.

 

Soziodemographisch betrachtet zeigt sich das Hauptklientel, wie auch im Vorjahr, in der Altersgruppe der 28-57 Jährigen. Mehr als die Hälfte der Personen ist ledig. Bezogen auf die Erwerbssituation leben etwa 22% der Betroffenen von ihren Einkünften als Arbeiter, Angestellte oder Beamte, was eine leichte Steigerung zum Vorjahr darstellt. Etwa 8% sind Rentner. Leicht gesunken ist zum Vorjahr die Anzahl der ALG II-Empfänger (auf 46%). 2010 zeigte sich erneut eine Zunahme der Diagnose „Alkoholabhängigkeit, gefolgt von Cannabisabhängigkeit. Als bedenklich erweist sich die Zunahme der Abhängigkeitsdiagnosen in Bezug auf Stimulantien, wie Amphetamine, XTC und Speed, insbesondere im Raum Bad Freienwalde.

Wir konnten die Anzahl der Vermittlungen 2010 mehr als verdoppeln. So wurden insgesamt 102 Klienten bedarfsgerecht z.B. in ambulante oder stationäre Entgiftung und Rehabilitation, in eine Selbsthilfegruppe oder zu anderen Fachdiensten vermittelt.

 

Im kommenden Jahr stellt sich die Sucht- und Drogenberatungsstelle mit großem Engagement der neuen Herausforderung, das Konzept zur Jugendsuchtberatung und -prävention im Landkreis zu etablieren und umzusetzen.

Angebote in Bezug auf Esssucht sollen im kommenden Jahr evaluiert und ggf. konzipiert werden. Weiterhin soll die Konsiliararbeit in den Krankenhäusern Wriezen und Seelow, das Angebot der Onlineberatung und das Konzept zur Schaffung von bzw. Vermittlung in Beschäftigungsprojekte/n weiterentwickelt werden. 

Darüber hinaus ist es unser Anliegen, eine Stabilität im Team der Sucht- und Drogenberatungsstelle zu erzielen, welche uns mit hohem Engagement die gesetzten Ziele erreichen lässt.

 

3.11. Schuldner-/Insolvenzberatung

 

Sucht man nach den Gründen von Ver- und Überschuldung, so muss man unweigerlich feststellen, dass hier ein Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und einer Verschuldungssituation besteht. Der überwiegende Teil der Klienten, die unsere Beratungsstellen aufsuchten, bezogen Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB II. Der Übergang vom Bezug von Transferleistungen des Staates hin zu einem Arbeitsverhältnis mit geregeltem Einkommen gestaltet sich oft schwierig. Neben Vermittlungshemmnissen wie Lebensalter, Bildungs- und Ausbildungsstand sind Schulden eine große psychische Belastung für die Betroffenen.

 

Landkreis Märkisch-Oderland:

 

Das Diakonische Werk bietet im Landkreis Märkisch-Oderland auch weiterhin Schuldnerberatung an den bekannten Standorten Bad Freienwalde, Seelow, Strausberg, Wriezen und der Außenstelle Rüdersdorf an.

 

Die Zahl der Beratungsgespräche sank im Vergleich zum Vorjahr von 3.216 auf 3.042 Beratungsgespräche im Jahr 2010. Darin enthalten sind Altfälle aus den vergangenen Jahren, Neuzugänge aus 2010 und Kurzberatungen. Die Anzahl der Neufälle ist im Vorjahresvergleich von 314 Neufällen auf 289 gesunken. Dagegen sind die Anzahl der Kurzberatungen auf 1360 angestiegen. Zu erklären ist dies mit der angespannten Personalsituation in 2010 und daraus resultierenden längeren Warte- und Bearbeitungszeiten. Anstatt zeitnah für die Schuldner tätig werden zu können, wurde verstärkt versucht, diese zur Selbsthilfe anzuleiten.

 

Knapp die Hälfte aller Ratsuchenden erhalten Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB II. Unter den Beratungsstellen ist hier jedoch ein starkes Gefälle vom Berliner Umland, dem sogenannten Speckgürtel, hin zum Oderbruch zu beobachten. So bezogen in 2010 in der Beratungsstelle Wriezen 67,3 % aller Klienten Arbeitslosengeld II, in Strausberg dagegen nur 39,6 % der Klienten. Der Anteil der Erwerbstätigen ist in Strausberg mit 39,0 % deutlich höher als in den anderen Beratungsstellen.

 

Landkreis Oder-Spree:

 

Das Diakonische Werk bietet in Fürstenwalde schon seit vielen Jahren eine qualifizierte Schuldnerberatung an.

 

Im Jahr 2010 wurden in der Beratungsstelle insgesamt 1828 Beratungen verzeichnet. Darin enthalten sind Altfälle und Folgeberatungen aus den vergangenen Jahren, Neuzugänge aus 2010 und Kurzberatungen. Die Anzahl der Neufälle ist im Vergleich zu 2009 von 306 auf 242 gefallen, die Gesamtanzahl der Beratungen dagegen von 1587 auf 1828 gestiegen. Diese Steigerungen resultieren aus einer vermehrten Anzahl von Kurzberatungen und Altfällen. Oft stellten sich die Sachverhalte und Schuldensituation des Einzelnen als zu komplex dar, um sie in wenigen Beratungsgesprächen erfassen zu können. Obwohl wir als Schuldnerberatungsstelle versuchen, immer auch Anleitung zur Selbsthilfe zu geben, begleiten wir viele Schuldner über Jahre und sogar Generationen, da diese nicht in der Lage sind, ihre Angelegenheiten allein zu regeln.

 

Der überwiegende Teil der Klienten in 2010 hat Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB II bezogen. Diese Einkommensgruppe machte mit 59 % den größten Anteil der Klienten aus. Zweitstärkste Gruppe bilden mit 24 % Erwerbstätige. Jedoch hatten auch Klienten mit Lohn/Gehalt keinen wesentlich höheren Betrag zur Lebenshaltung zur Verfügung. Da das Erwerbseinkommen nicht den Mindestlebensbedarf deckte, mussten zum Teil noch ergänzende Leistungen in Anspruch genommen werden.

 

Bei der Auswertung unserer Statistiken der Neuklienten wird ein weiteres Problem deutlich. Junge Erwachsene verschulden sich immer früher. Als Gründe für die Verschuldung sind hier neben Arbeitslosigkeit vor allem unwirtschaftliche Haushaltsführungen aufzuführen.

 

3.12. Oderland Camp

 

Im OderlandCamp arbeiteten 2010 insgesamt 24 Mitarbeiter/innen, davon

>    4 Mitarbeiter/innen im „Kernteam“ des OderlandCamps,

>    2 Mitarbeiter/innen als Köche für die Saison, befristet angestellt,

>    14 Mitarbeiter/innen in Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen befristet eingestellt,

>    3 Zivildienstleistende
>    3 geringfügig Beschäftigte und
>    4 Beschäftigte  365,00 Euro Basis, sowie

>    4 Honorarkräfte für die Durchführung täglicher Angebote.

 

Durch das Projekt „Schaffung von Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung“ wurden 3 Mitarbeiter versicherungspflichtig für die Hauptsaison angestellt.  Im Rahmen des Förderprogramms § 16, Beschäftigungseingliederung für schwervermittelbare Arbeitnehmer arbeiten bereits seit 2009 5 Mitarbeiter/innen.

 

Mit unserer Vision  für „Alle Inklusive“ und speziell entwickelter Pauschalangebote konnten wir viele neue Gäste auf uns aufmerksam machen. Das Feedback unserer Gäste – toll, super, wir kommen wieder. Die Folge:  Reservierungen/Buchungen für 2011 der entsprechenden Häuser – leider oft nur in der Hauptsaison.

 

Unser Haus ist für individuelle Gruppenfahrten sehr gut geeignet. Unsere Gäste sind hauptsächlich Klassen- und Kitagruppen, Sportvereine, Behinderte und Kirchengemeinden. Für alle gibt es ausgezeichnete Rahmenbedingungen durch die unterschiedliche, auf die Bedürfnisse abgestimmte Ausstattung der einzelnen Häuser. Schüler aus Berlin und Brandenburg nehmen mit 31,5 % den ersten Platz in der Belegungsstatistik ein, gefolgt von Vereinen, mit 23 % Anteil der Ankünfte. Menschen mit Behinderungen nehmen mit 13,9 % den 3. Platz unserer „Belegungshitliste“ ein.

2008 übernachteten 4.912 Gäste bei uns 12.300 mal

2009 übernachteten 4.930 Gäste bei uns 14.429 mal

 

                           2010 übernachteten 4.929 Gäste bei uns 14.431 mal

 

Unsere neue, 220 m² große Mehrzweckhalle mit strapazierfähigem Sportfußboden, wurde sehr oft genutzt. Nicht nur als  Schlechtwetter-Alternative für unsere Gäste, sondern auch für Sport, Seminare und Feierlichkeiten ist sie hervorragend geeignet und wurde sie genutzt. Zu Ehren von Frau Buggenhagen, welche die Mehrzweckhalle offiziell einweihte, trägt sie den Namen: „Marianne-Buggenhagen-Haus.“

 

4. Verbandsarbeit

 

Nach der Satzung des Landesverbandes, dem Diakonischen Werk Berlin Brandenburg schlesische Oberlausitz e. V., sind die regionalen Diakonischen Werke theoretisch Strukturelemente des Gesamtwerkes und in den Regionen. Im Landkreis Märkisch-Oderland haben wir die Aufgabe als Regionales Diakonisches Werk, im Landkreis Oder-Spree leiten wir die Arbeitsgruppe der kirchlich diakonischen Träger.

 

5. Herausforderungen und Tendenzen – sich j ä h r l i c h wiederholende S C H L A G W O R T E

 

I d e n t i t ä t   blieb kein Schlagwort in Konzeptionen, sondern gerade im Hinblick auf die Fiktion eines „freien Sozialmarktes von Leistungsanbietern und Kunden“ ein häufig diskutiertes Thema. Es scheint bei zunehmend größeren und spürbareren Spannungsfeldern umso wichtiger, sich der Motivation der Einzelnen und unserer Vereinsphilosophie zu vergegenwärtigen und sie zu gestalten. Gerade dieses „STARK FÜR ANDERE“ bleibt unser Anspruch.

 

Die Unterstützung der Kirchenkreise/Kirchengemeinden war vorhanden, aber begrenzt. Wir sind dankbar für die aufopferungsvollen Spenden einiger Kirchengemeinden und Einzelpersonen. Das Bemühen der „großen Schwester“ Kirche zu einer konstruktiveren Zusammenarbeit zu kommen, ist nur punktuell spürbar. Wir wissen sehr wohl um die so genannten Sachzwänge. Diese erzeugen Spannungen und schaffen Konfliktfelder, die manche Lösung behindern, manchen gemeinsamen Weg erschweren oder unmöglich machen. Hier fehlen gemeinsame Ansätze, in der heutigen Gesellschaft gemeinschaftlich und im Sinne unserer Vereinssatzung Zukunft zu gestalten. Viele ungenutzte Synergieeffekte liegen brach.

 

Ehrenamtliche Helfer sind im Berichtszeitraum immer weiter zu einer wesentlichen Stütze unserer Arbeit geworden. Besonders hervorzuheben sind hier die offene Altenarbeit und die Hospizbewegung. Diese vielfältigen Aktivitäten sind der Beweis, dass Menschen sich engagieren wollen und können, ganz im Gegensatz zu häufig gehörten Klagen. Voraussetzung ist allerdings das konkrete Anliegen!  

 

Nicht zuletzt unser ehrenamtlicher Vorstand tagte, im Berichtszeitraum 6-mal und vertiefte sich in die vielfältigen Themen, welche sich mit unseren Arbeitsgebieten und deren Absicherung und Entwicklung verbindet. Mit Blick auf die Vereinsentwicklung begannen wir mit einer Organisationsentwicklung (insgesamt 4 Tage) und reflektierten mit einem externen Berater unsere Entwicklung, sowie die daraus entstehenden Fragestellungen und Ziele der nächsten Jahre. Am 16.02.2011 mündete dies in einer neuen, durch unsere Mitgliederversammlung beschlossenen, Vereinssatzung.

 

Armut hat in ihrer wirtschaftlichen, seelischen und geistlichen Dimension in unserem reichen Land ein neues Ausmaß erreicht. Dies gilt auch für die Landkreise, in denen wir tätig sind. Unglaublich viel Energie wird von politisch Verantwortlichen darauf verwandt, die eigentliche Dramatik nicht wahrzunehmen bzw. Schuldfragen zu delegieren oder Kostenwegzuschieben. Es gilt aber nicht nur dies bewusst wahrzunehmen und die für uns daraus erwachsende, soziale Anwaltschaft zu entdecken und zu übernehmen, sondern auch über neue, oft einfachere, weil grundsätzlichere Hilfemodelle in einer ländlich strukturierten Region nachzudenken. Es gilt, gesellschaftliche Gruppen und Einzelpersonen zu finden, die sich dieser Aufgabe, diesen Menschen verpflichtet fühlen und sich auch an dieser Stelle einbringen möchten.

 

Bedarf und Angebote sind auf dem Hintergrund unserer engen Verflechtungen mit den Kostenträgern und den allseits „leeren Kassen“ (ein Synonym für die gescheiterte, gerechte Verteilung des Geldes!) ein erheblicher Widerspruch. Dieses Spannungsfeld, einerseits mit unserem satzungsgemäßen Anspruch und andererseits entsprechend der Möglichkeiten des jeweiligen Kostenträgers, ist immer schwieriger zu gestalten. Kreativität und Improvisationskünste kommen, wenn die Grundlagen politisch nicht wirklich gewollt und abgesichert sind, an ihre Grenzen.

 

Die gesamtgesellschaftliche Situation wirkt sich auch auf unseren Verein weiter aus. Einerseits sind da ständig steigende Kosten (Mehrwertsteuer, Benzinpreise, Tarifsteigerungen, Berufsgenossenschaft, Betriebskosten, Versicherungen usw.), deren Auswirkungen trotz jahrelanger Straffung und Sparsamkeit kaum abzufangen sind und andererseits sind da jährlich sinkende Entgelte und gekürzte Zuwendungen. Hier nach Lösungen zu suchen, bleibt die vorrangige Aufgabe in der nahen Zukunft. Die Frage, wie unsere Gesellschaft (Wer) die vorhandenen Ressourcen verteilt, stellt sich dem Arbeitnehmer wie dem Arbeitgeber. Nur - wer hört  diese Frage und noch dringender, wer kann sie beantworten?

 

Abschließend möchten wir Ihnen für Ihr Interesse danken und freuen uns über jede Art der Unterstützung. Nähere Informationen erhalten Sie auf unserer Homepage.

 

In diesem Sinne grüßen wir Sie mit der Losung vom 22.03.2010 an welchem wir diesen Jahresbericht schreiben:

 

 

 

Ich streckte meine Hände aus den ganzen Tag

nach einem ungehorsamen Volk,

das nach seinen eigenen Gedanken wandelt

auf einem Wege, der nicht gut ist.



Jesaja 65,2

 

 

 

 

 

 

 

        Bernd Wittchow                                                                                                                Lars Dittner

Verwaltungsratsvorsitzender                                                                            Geschäftsführender Vorstand   

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